Rechtliches zu Pokémon Go

Pokémon GoMomentan in aller Munde und auf allen Handys: Pokémon Go. Doch nicht immer macht das Spiel Spass, es kann auch in vielen Bereichen Probleme bereiten. Welche Risiken gibt es, welches Recht gilt und wie bin ich versichert?

 

Datenschutz: Was erfährt die App über mich?

Bereits beim ersten Start der App wird deutlich, welche Zugriffsrechte das Spiel erfordert.

  • Kamera (In Videos und Fotos sind die Pokémon zu erkennen)
  • GPS-Signal und Standort (damit wird festgestellt, wo sie sich tatsächlich und in der Spielwelt befinden)
  • Speicher (um alte Aufnahmen anzuschauen)
  • Kontaktliste (um sich innerhalb der App mit seinen Mitspielern zu verknüpfen)
  • Aktivitätserkennung
  • Netzwerkzugriff

 

Was für das Spiel wichtig erscheint, hat jedoch auch einen Hacken. Das amerikanische Unternehmen Niantic Labs, dass hinter dem Pokémon Go Spiel steckt hat dadurch Zugriff auf viele Userdaten. In der Datenschutzerklärung steht, dass alle gesammelten und gespeicherten Daten diesem Unternehmen gehören.

Mithilfe der Geräteerkennung können Sie nicht nur genau identifiziert werden, sondern mithilfe des GPS Signals weiss man auch genau wo sie sind. Von Niantic Labs bereits bestätigt wird dies derzeit schon zur Schaltung von Werbung verwendet. So wird der Spieler in naher Zukunft zu Pokéstops gelockt, die sich in Geschäften befinden, um dort einzukaufen und mit Vorteilen im Spiel belohnt zu werden. Die entsprechenden Geschäfte zahlen dafür natürlich an Naintic Labs.

Letztendlich behält sich Niantic Labs vor, wenn sie etwas für illegal oder unethisch halten an Regierungen oder Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten. Ob und in welchem Umfang das geschieht ist fraglich.

Davor kann man sich nur schützen, indem man dem Spiel weniger Zugriffsrechte ermöglicht (was nur bei den neusten Handys möglich ist, bei alten Android Versionen vor 6 ist dies gar nicht möglich), was aber zur Folge hat, dass man einige der Funktionen nicht nutzen kann.

 

Persönlichkeitsrechte: Wen darf ich filmen?

Manchmal möchte man gerne von seinem Pokémon Fang ein Foto für seine Sammlung machen. Wenn dabei fremde Menschen im Bild sind, sollte man jedoch zurückhaltend sein. Denn nicht jeder möchte fotografiert werden. In der Öffentlichkeit muss man sich daranhalten, dass man ohne deren Einwilligung fremde Personen nicht fotografieren darf. Dies vor allem dann nicht, wenn man vor hat die Bilder in sozialen Medien zu teilen. Dies kann zivilrechtliche Folgen, wie etwa eine Unterlassungsklage zur Folge haben.

 

Hausrechte: Darf ich Privatgrundstücke betreten?

Tatsache ist, dass Treffpunkte des Spiels manchmal auch auf Privatgrundstücken liegen. Wenn man diese jedoch unbefugt betritt, etwa über Zäune klettert, Verbotsschilder missachtet oder gar fremde Gebäude betritt, so ist dies Hausfriedensbruch und damit eine Straftat.

Für Grundstückeigentümer gibt es die Möglichkeit die Pokéstops aus dem Spiel entfernen zu lassen. Dazu sollte sich rechtliche Hilfe geholt werden, dann kann eine Löschung innerhalb von 7 Tagen erfolgen.

 

Strassenverkehrsrecht: Was wenn ein Unfall passiert?

Für Schäden bei anderen etwa, wenn sie zu Fuss durch ein Blumenbeet laufen und die Blumen zertreten oder auf die Strasse laufen und ein PKW ausweichen muss und dadurch andere Fahrzeuge beschädigt werden, greift ihre Haftpflichtversicherung. Diese haftet auch bei leichter und grober Fahrlässigkeit, die beim Spielen vorliegen könnte. Nur bei Vorsatz wird diese für Schäden nicht aufkommen, dies ist wohl aber beim Spielen nicht gegeben.

Für eigene Schäden etwa, wenn sie selbst bei einem Unfall verletzt werden, kann die Versicherung die Einwendung machen, dass sie selbst Mitschuld am Unfall haben. Dann würde ihre Schäden nicht vollständig ersetzt, was bei schweren Unfällen schnell teuer werden kann (Arztkosten, Verdienstausfall, etc.).

Am Steuer hat das Spiel jedoch in jedem Fall Garnichts zu suchen, dies kann dann auch strafrechtliche Konsequenzen gegen sie haben.

 

Die eigene Sicherheit: Welche Gefahren lauern?

Auch wenn man vom Spiel fasziniert ist und sich deshalb nicht mehr um die Umgebung kümmert. Achten sie darauf nachts nicht allein unterwegs zu sein und gehen sie nicht an abgelegene oder gefährliche Orte, die sie sonst auch nicht aufsuchen würden. Betreten sie zudem keine privaten Grundstücke oder militärische Anlagen und beachten sie trotz der Faszination des Spiels Warnschilder und Zutrittsverbote.

 

Fazit: Wenn man sich nicht zu sehr vom Spiel in seinen Bann ziehen lässt und die benannten Hinweise beachtet (keine fremden Grundstücke betreten, keine fremden Menschen fotografieren, Aufmerksam sein, etc.) dann wird der Spielspass auch nicht durch rechtliche Konsequenzen getrübt.

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2017-06-29T17:02:03+01:00 16. August 2016|IT-Recht|

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